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Ein Traum, der sich anders anfühlte- Meine persönliche Geschichte

„Ein Traum, der sich anders anfühlte“

Ich bin als Drilling in einem kleinen Dorf aufgewachsen – umgeben von Feldern, Wäldern und der Idylle einer unbeschwerten Kindheit. Das Landleben war unser Abenteuerspielplatz. Früh habe ich gemerkt, dass ich gerne unter Menschen bin – dass es mir Freude bereitet, wenn andere sich wohlfühlen.

Während meiner Schulzeit habe ich erste Praktika in Hotels gemacht. Ich war sofort fasziniert von der Atmosphäre, dem Trubel, der Organisation – und vor allem von den vielen Begegnungen. Schnell war mir klar: Das ist meine Welt.

So begann ich meine Ausbildung zur Hotelkauffrau.


Ich hatte Glück – meine Ausbilder nahmen sich Zeit, trauten mir viel zu, und bald durfte ich Verantwortung für neue Azubis übernehmen. Der Mensch hinter dem Lebenslauf hat mich immer interessiert. Es war daher fast logisch, dass ich mich nach der Ausbildung in Richtung Personal weiterentwickelte. Vom Empfang ging es zur Assistenz der Personalleitung. Ich war fachlich gefordert, durfte organisieren, planen – aber mir fehlte etwas. Die Nähe zu den Gästen, zu den Menschen, die kleinen Gespräche zwischendurch.

Und da war er wieder – dieser eine Traum, der nie ganz verschwunden war:

Einmal am Meer arbeiten. Diese Idee ließ mich nicht mehr los. Ich wagte den Schritt, zog nach Rügen, ans Wasser – ein Neuanfang.

Als Direktionsassistentin mit Schwerpunkt Personal fand ich schnell meinen Platz.

Ich fühlte mich angekommen – und nur wenig später folgte der nächste Schritt: Hoteldirektorin.

Mein großer Traum seit der Ausbildung wurde plötzlich Realität.

Ich war euphorisch. Voller Elan. Die Ideen sprudelten, ich wollte alles besser machen,

für die Gäste, das Team, das Haus. Es waren lange Tage, intensive Wochen, herausfordernde Monate. Doch ich war stolz.

Und trotzdem kam schleichend ein anderes Gefühl.

Ich hatte erreicht, wovon ich so lange geträumt hatte – aber ich war nicht glücklich.

Ich war leer, ausgebrannt, angespannt. Die Nächte wurden schlaflos. Ich funktionierte nur noch, von außen lief alles perfekt, doch innen wurde es immer leiser.

Ein Traum war wahr geworden. Nur fühlte er sich anders an, als ich es mir so viele Jahre vorgestellt hatte.


In dieser Zeit begegnete ich zum ersten Mal dem Thema Persönlichkeitsentwicklung – und Spiritualität. Ich begann, mich nach innen zu wenden.

Seit 2022 begleitet mich ein Coach auf diesem Weg. Ich begann eine intensive Arbeit mit mir selbst, mit meinen Gefühlen, mit meiner inneren Welt. Und zum ersten Mal fragte ich mich ehrlich: Was macht mich wirklich glücklich?

Die Antwort war überraschend klar: Kein Job, kein Titel, kein Besitz.

Ich brauchte Zeit. Für mich. Um wieder zu spüren, wer ich bin und was ich wirklich will.

Ich kündigte meinen Job. Meine Wohnung. Und ging zurück in die Heimat – zu meiner Familie, zu meinen Wurzeln. Sie hatten mir gefehlt. Viel zu oft waren sie in den letzten Jahren hintenangestanden.

Ich nahm mir sechs Monate Auszeit. Kein Plan, keine To-do-Liste. Nur Zeit. Für mich. Für innere Einkehr, Reflexion, Stille.

Und nach dieser Zeit war da etwas Neues: Klarheit. Kraft. Ruhe.

Heute bin ich auf Föhr – als stellvertretende Direktorin. In der zweiten Reihe. Aber glücklich. Und – vor allem – ganz nah bei mir selbst.

 
 
 

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